Lernschwierigkeiten - ILZ Nürnberg

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Lernschwierigkeiten

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Allgemein werden Lernstörungen als Minderleistungen in bestimmten oder allen Bereichen des Lernens gesehen. Dabei ist im Wesentlichen festzustellen, dass das gewünschte Können, Wissen oder Verhalten nicht mit ausreichender Sicherheit, Qualität oder in der dafür vorgesehenen Zeit erlernt wird. Die Lernstörung besteht trotz eines ausreichenden und angemessenen Lernangebotes. Lernstörungen unterscheiden sich hauptsächlich in der Schwere der Beeinträchtigung, in der Art des Nichtkönnens sowie in der Dauerhaftigkeit seines Auftretens. Klauer und Lauth (1997) teilen die Lernstörungen nach dem Andauern der Probleme und der Generalität der Störung ein.

vorübergehende, bereichsspezifische Lernprobleme
Hier werden spezifische Leistungseinbußen eingeordnet, die meist auf kritische Ereignisse oder situative Veränderungen im Leben eines Kindes zurückzuführen sind. Dazu können z.B. Schulwechsel oder Lehrerwechsel gehören, aber auch intrapersonale Aspekte wie Reifungskrisen, Erlebnisstörungen, Interessenänderungen oder Wertkonflikte.

• vorübergehende, allgemeine Lernprobleme
Unter diesem Aspekt werden Allgemeine Lernstörungen erfasst, die sich gleichzeitig auf mehrere Fächer auswirken und auch oft zu außerschulischen Problemen führen. Beispiele sind allgemeine Schulschwierigkeiten, Schulunlust und speziell Underarchievement.

• überdauernde, bereichsspezifische Lernprobleme

Dieser Typ der Lernstörungen beinhaltet inhaltlich begrenzte Lernstörungen die durch deutliche Minderleistungen in nur einem Lernbereich definiert sind. Dabei werden in den sonstigen Fächern normale Leistungen gezeigt oder ist zumindest eine durchschnittliche allgemeine Intelligenz vorhanden. Hierunter fallen die Lese- und Rechtschreibstörung (F81.1), die isolierte Rechtschreibstörung (F81.0) und die Rechenstörung (F81.2). (Codierung nach ICD-10, WHO, 1991)

• überdauernde, allgemeine Lernprobleme
Allgemeine Lernstörungen die das Lernen in den meisten schulischen sowie auch außerschulischen Bereichen deutlich beeinträchtigen. Ursachen hierfür sind in universellen Defiziten wie eingeschränkten intellektuellen Fähigkeiten oder mangelnden Lernstrategien zu finden. Störungsbilder nach ICD-10, die hier eingeordnet werden, sind die nicht näher bezeichnete Lernstörung (F81.9), kombinierte Störungen schulischer Fertigkeiten (F81.3), sowie die die leichte Intelligenzminderung (F70).


Ursachen von Lernstörungen

Ein verhaltensanalytisches Bedingungsmodell

Grundsätzlich ist festzustellen, dass das Lernen konkrete Anforderungen an den Lernenden stellt. Es erfordert zielbezogenes Handeln in vielen unterschiedlichen Bereichen.

Der/die Lernende

- definiert die Aufgabe bzw. überarbeitet sie,
- setzt sich konkrete Ziele in der Bewältigung der Lernaufgabe,
- ruft korrespondierende Vorerfahrungen ab,
- aktiviert notwendiges Wissen und Kenntnisse (hier z.B. grammatikalisches Wissen),
- setzt automatisierte (bzw. zumindest routinierte) Teilfertigkeiten ein (= Operatoren),
- organisiert den Lernverlauf,
- überwacht den Lernverlauf in kritischen Momenten,
- muss sich gegen Ablenkungen und Versuchungen behaupten.


Hier folgt ein Lernkomponentenmodell, welches die Anforderungen auf 5 verschiedene Komponenten verteilt:

  • Entwicklung geeigneter Lernstrategien

  • Einsatz metakognitiver Fähigkeiten (wichtig für Handlungsplanung und Organisation) sowie exekutiver Funktionen (zur Handlungssteuerung)

  • Aktivierung von Wissen und bereichsspezifischem Inhalt

  • Einbringen von operationalen Voraussetzungen (Arbeitsgedächtnis, Konzentration)

  • Aufbringen der für die Lernhandlung nötigen Motivation


In diesem Ansatz wird eine Lernstörung als eine direkte Folge der Beeinträchtigung einer oder mehrerer Komponenten des Lernprozesses verstanden.


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